Studie zu Technologien und Systemen im Rechnungswesen


Die Prioritäten liegen bei vielen Unternehmen auch 2018 auf den Projekten, mit denen die Voraussetzungen für weitere Digitalisierungsschritte geschaffen werden sollen, wie beispielsweise Stammdatenmanagement und Vereinheitlichung der Systeme. | ©Coloures-Pic/fotolia.com

Die Digitalisierung des Rechnungswesens ist ein komplexes Vorhaben, das mannigfaltige Auswirkungen im Unternehmen hat. Eine aktuelle KPMG-Studie untersucht den Status quo und die Entwicklungstendenzen in Bezug auf Technologien und Systeme im Rechnungswesen.

In einer gemeinsamen Umfrage von KPMG und der Ludwig Maximilians-Universität München wurden 172 Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz untersucht. 78 % der befragten Unternehmen stimmen der Aussage zu, das Accounting habe durch die Digitalisierung bereits an Effizienz gewonnen. 73 % konnten ihre Effektivität steigern. Die Mehrheit der Unternehmen gab zudem an, dank Digitalisierung im Accounting mehr Daten zu verarbeiten (66 %) und entscheidungsnützlichere sowie verlässlichere Informationen liefern zu können (61 %).

Effizienz und Transparenz stehen im Vordergrund

Für das Controlling liegen die entsprechenden Zustimmungswerte nur knapp darunter. Im Zuge der Digitalisierung bereits flächendeckend umgesetzt werden vor allem die Homogenisierung der Systemlandschaft (29 %), gefolgt von einer papierlosen Buchhaltung (23 %). Bei den sich aktuell in der Umsetzung befindlichen Projekten haben bei den Befragten die Standardisierung von Workflows und das Management von Datenqualität (49 bzw. 48 % Zustimmung) Priorität.

Bei neuen Technologien herrscht nach wie vor eine auffällige Zurückhaltung

Markus Kreher, Head of Finance Advisory bei KPMG, erklärt: „Auffällig ist, dass die unterschiedlichen vorhandenen Technologien und technologiebasierten Lösungen nur in sehr geringem Ausmaß bereits flächendeckend im Rechnungswesen verwendet werden. Themen wie Big Data-Analysetools, Self-Service Reporting oder In-Memory-Datenbanken werden aktuell überwiegend in Pilotprojekten genutzt oder gerade erst geplant. Erste Erfahrungen mit Software-Bots, Virtual Reality Tools zur Visualisierung von Kennzahlen oder Machine Learning-Ansätze liegen vor oder werden zumindest von etwa 20 % aller Befragten diskutiert. Für knapp die Hälfte der Teilnehmer hingegen sind Virtual Reality Tools, Machine Learning-Ansätze oder die aktuell viel zitierte Blockchain-Technologie derzeit kein Thema.“

Cloud Computing wird noch nicht flächendeckend genutzt

Fast die Hälfte aller Teilnehmer (45 %) beabsichtigt derzeit nicht, eine Private Cloud in ihrem Finanzbereich einzusetzen; der Einsatz einer Public Cloud stößt sogar bei 70 % der Befragten auf Skepsis. Diejenigen Unternehmen, die bereits mit Cloud Computing arbeiten, wurden zu den Vorteilen einer solchen Lösung befragt. Immerhin 45 % sehen im weltweiten Zugriff der Nutzer auf die Daten den wesentlichsten Vorteil beim Einsatz von Cloud Computing. Überraschenderweise misst die Mehrheit der Teilnehmer Cloud Computing nur zum Teil Kosteneinsparpotenziale bei (56 % Zustimmung).

Die Studie finden Sie hier.

(KPMG, PM vom 21.08.2018 / Viola C. Didier, RES JURA Redaktionsbüro)


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