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Finanzberichte und Reporting Standards machen CFOs zu schaffen


Die Zahl der Finanzberichte nimmt immer weiter zu, wobei das Corporate Reporting stetig komplexer wird: 56 % der Unternehmen müssen mehr als elf Standards beachten. | ©ty/fotolia.com

Die Ansprüche an das Corporate Reporting werden immer größer. Mehr als die Hälfte der Unternehmen müssen elf oder mehr Reporting-Standards beachten. Zudem ist die Zahl der Finanzberichte bei sechs von zehn Unternehmen gestiegen, wie aus dem vierten Global Reporting Survey der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hervorgeht.

Der steigende Aufwand bleibt nicht ohne Folgen: 71 % der Unternehmen gehen davon aus, dass die zunehmende Komplexität zu Lasten der Effektivität der Berichterstattung geht. „Unternehmen stehen vor der Aufgabe, ihr Reporting den gewachsenen Aufgaben anzupassen“, erklärt Dr. Karsten Füser, Partner und Global Financial Accounting Advisory Markets Leader bei EY. „Data Analytics, Blockchain und andere innovative Ansätze bieten Lösungen, doch die Unternehmen tun sich mit der Umsetzung schwer.“

Reporting-Systeme sind häufig nicht verknüpft

Die Unternehmen haben das Problem erkannt. 87 % wollen in den nächsten zwei Jahren ihre Investitionen in moderne Technologien für das Reporting erhöhen. Im Vordergrund stehen dabei moderne IT-Konzepte und der Einsatz von Data Analytics. Das ist auch dringend geboten. Denn häufig nutzen die Unternehmen die Chancen eines modernen Corporate Reporting nicht aus. In Konzernen mit Tochtergesellschaften in verschiedenen Ländern kommen nicht selten unterschiedliche Technologien zum Einsatz. „Oft sind die Systeme nicht miteinander verknüpft, sondern laufen parallel. Das erschwert die schnelle Auswertung von Daten und erhöht die Risiken“, betont Füser. Ein modernes Reporting ist ein zentrales Steuerungsinstrument für die tägliche Arbeit von Unternehmen und liefert Informationen für Entscheidungen des Managements. „Data Analytics, künstliche Intelligenz und weitere innovative Ansätze sind der Schlüssel, um das Reporting zukunftsgerecht auszurichten“, so Füser. Eine neue Governance-Ära hat begonnen. Finance 4.0 bietet die Chance, Daten mit smarten Technologien zu verknüpfen. Grundlage ist ein Datenmanagement, das homogen über das gesamte Unternehmen aufgebaut wird und Daten mit einem einheitlichen Ansatz erhebt und aufbereitet. Anschließend geht es darum, Daten auszuwerten und in das Reporting zu integrieren.

Fehlende Zusammenarbeit zwischen IT und Finanzabteilung

Die Sorge um Datensicherheit, mangelnde Unterstützung durch den Vorstand sowie fehlende Kompetenzen sind Hemmnisse für die Umsetzung. „Deutsche Finanzchefs sind besonders für die Sicherheit der Daten sensibilisiert. Datenschutz auf allen Ebenen zu gewährleisten, hat für sie oberste Priorität“, weiß Füser. Das bestätigt auch die Studie. 53 % der deutschen Unternehmen betrachten die Erfüllung von Compliance-Vorgaben und Sicherheitsstandards rund um den Datenschutz in den einzelnen Ländern als die größte Herausforderung im derzeitigen Reporting-Umfeld. Weltweit sehen im Schnitt nur 35 % diesen Aspekt als wichtigstes Thema. 58 % der deutschen Unternehmen sehen gegenwärtig die größte Priorität darin, ein integriertes Datenmanagement für den Umgang mit Daten einzurichten, während weltweit nur 42 % dieser Auffassung sind. Fehlende Fähigkeiten im Bereich Data Analytics sind für 45 % der Befragten deutschen Unternehmen das größte Hindernis für die Einführung innovativer Technologien innerhalb der Finanzfunktion (weltweit 38 %). Aber auch die fehlende Zusammenarbeit zwischen der Finanzabteilung und der IT erschwert für 43 % der befragten deutschen Unternehmen die Einführung innovativer Technologien (weltweit 38 %).

Für die Studie wurden 1020 CFOs und weitere Verantwortliche aus den Finanzabteilungen befragt. Davon stammen 40 aus Deutschland.

(EY, PM vom 01.02.2018 / Viola C. Didier)


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