KoR Top-Thema des Monats

Der bilanziellen Behandlung von Entwicklungskosten wir ein enormes bilanzpolitisches Potenzial attestiert, da die von IAS 38 geforderten Aktivierungsbedingungen in großem Maße interpretationsbedürftig sind. Empirische Studien haben in der Vergangenheit bereits große Unterschiede in der praktischen Anwendung dieser Norm nachgewiesen. Über die bisherigen Erkenntnisse hinausgehend erarbeiten Anneke Behrendt-Geisler und Prof. Dr. Barbara E. Weißenberger in ihrem Beitrag in Heft 2/2012 der KoR branchentypische Aktivierungsmodelle um das unterschiedliche Aktivierungsverhalten zwischen verschiedenen Branchen aber auch innerhalb der Branchen untersuchen zu können.

Fallstudie des Monats

Erfolgt die Herstellung von Fertigerzeugnissen unter Rückgriff auf einen (in vergangenen Perioden) abnutzbaren selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswert, z.B. ein Patent, sind in einem IFRS-Abschluss die planmäßigen Abschreibungen des Patents den Herstellungskosten der Vorräte als anteilige produktionsbezogene Abschreibungen zuzurechnen. Im HGB-Abschluss ergeben sich insofern bilanzpolitische Möglichkeiten, da dem Bilanzierenden hier eine Wahlmöglichkeit zur Aktivierung von Entwicklungskosten gegeben wurde. Der Zusammenhang zwischen einem bilanzierten selbst geschaffenen immateriellen Vermögenswert und der Bewertung von Vermögenswerten des Vorratsvermögens zu Herstellungskosten wird in der Fallstudie von WP/StB Dr. Christian Zwirner, Dr. Corinna Boecker und Matthias Forschhammer in KoR 2/2012 S. 93 - 101 dargestellt.

Internationaler Rechnungslegungsreport

KoR vom 01.02.2012, Heft 02, Seite 102
Das In­ter­na­tio­nal Ac­coun­ting Stan­dards Bo­ard (IASB) hat Ände­run­gen an IAS 32 "Fi­nanz­in­stru­men­te: Dar­stel­lung" und IFRS 7 "Fi­nanz­in­stru­men­te: An­ga­ben" veröffent­licht. IASB und das US-ame­ri­ka­ni­sche Fi­nan­ci­al Ac­coun­ting Stan­dards Bo­ard (FASB) ha­ben sich da­zu ent­schlos­sen, die be­ste­hen­den Re­ge­lun­gen zur Sal­die­rung von Fi­nanz­in­stru­men­ten bei­zu­be­hal­ten und sich auf die Ent­wick­lung har­mo­ni­sier­ter An­ga­be­vor­schrif­ten...
KoR vom 01.02.2012, Heft 02, Seite 102
Das IASB hat den Zeit­punkt der ver­pflich­ten­den Erst­an­wen­dung von IFRS 9 "Fi­nanz­in­stru­men­te" auf Be­richts­pe­ri­oden ver­scho­ben, die am oder nach dem 01.01.2015 be­gin­nen. Die Möglich­keit ei­ner vor­zei­ti­gen An­wen­dung ist ge­ge­ben. Zu­dem hat das IASB kon­kre­ti­siert, wel­che An­ga­ben in Abhängig­keit vom Zeit­punkt des Über­gangs auf IFRS 9 zu lei­sten sind. Die ent­spre­chen­de Pres­se­erklärung des IASB kann auf des­sen...

Nationaler Rechnungslegungsreport

KoR vom 01.02.2012, Heft 02, Seite 103
(BFH-Ur­tei­le vom 21.09.2011 - I R 89/10 und I R 7/11)
Zum Wer­t­an­satz für Ak­ti­en und Ak­ti­en­fonds hat der BFH ei­ne neue Ba­ga­tell­gren­ze für die Ver­lust­berück­sich­ti­gung gem. § 6 Abs. 1 Nr. 2 Satz 2 EStG 1997 i.d.F. des StEnt­lG 1999/2000/ 2002 wie folgt ge­bil­det und an­ge­wen­det (Leitsätze im Ori­gi­nal­wort­laut):
Von ei­ner vor­aus­sicht­lich dau­ern­den Wert­min­de­rung ist bei börsen­no­tier­ten Ak­ti­en grundsätz­lich...
KoR vom 01.02.2012, Heft 02, Seite 103
Die Ein­be­zie­hung von Fi­nan­zie­rungs­auf­wen­dun­gen in ei­ne Rück­stel­lung für die Ver­pflich­tung zur Auf­be­wah­rung von Geschäfts­un­ter­la­gen ist Ge­gen­stand ei­nes Ur­teils des FG Münster vom 15.06.2011 (Az.: 9 K 501/08 K - Rev. ein­gel., Az. des BFH: I R 66/11, vgl. EFG 2011 S. 2137). Dem­nach können bei der Be­wer­tung ei­ner sol­chen Rück­stel­lung vor­aus­sicht­li­che Fi­nan­zie­rungs­auf­wen­dun­gen al­len­falls dann als Ein­zel-...
Aktuelles Heft bestellen
Aktuelle Studien
IFRS – (auch) nach Verabschiedung des BilMoG ein Thema für den Mittelstand?
Die Studie geht der Frage
nach, welche Bedeutung
die IFRS für den deutschen
Mittelstand gegenwärtig
besitzen. Hierzu wurden
417 Unternehmen befragt,
ob sie die IFRS bereits anwenden oder eine IFRS-Anwendung planen, welche Einflussfaktoren bei der Entscheidung pro oder contra IFRS aktuell von Bedeutung sind, welche Vor- und Nachteile die Unter­nehmen mit einer IFRS-Anwendung ver­bin­den sowie ob und inwiefern die IFRS bei der BilMoG-Erstanwendung eine Rolle ge­spielt haben. Neben einer ausführlichen Darstellung der Ergebnisse der Befragung 2010/2011 erfolgt auch ein Vergleich mit den Ergebnissen der Vorgängerstudien aus den Jahren 2003/2004 und 2005/2006. » Download als PDF (5,4 MB)
Stichwortregister